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Vorsorgevollmacht: Was du wissen musst

Eine Vorsorgevollmacht ist das wichtigste Dokument der persönlichen Vorsorge. Ohne sie entscheidet im Ernstfall ein gerichtlich bestellter Betreuer — nicht deine Familie.

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmst du eine Person deines Vertrauens, die in deinem Namen handeln darf, wenn du es selbst nicht mehr kannst — sei es durch Unfall, Krankheit oder Alter.

Ohne Vorsorgevollmacht kann auch dein Ehepartner nicht automatisch für dich entscheiden. Das Gericht bestellt dann einen Betreuer — oft einen Fremden.

Was regelt sie?

Eine Vorsorgevollmacht kann verschiedene Bereiche abdecken:

Gesundheitssorge: Entscheidungen über medizinische Behandlungen, Krankenhausaufenthalte, Pflegeeinrichtungen.

Vermögenssorge: Zugriff auf Bankkonten, Verwaltung von Immobilien, Abschluss von Verträgen.

Aufenthaltsbestimmung: Entscheidung über Wohnort und Pflegeform.

Post und Behörden: Öffnen von Post, Kommunikation mit Ämtern und Versicherungen.

Du kannst die Vollmacht auf einzelne Bereiche beschränken oder umfassend erteilen.

Wer braucht eine?

Jeder Erwachsene. Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Ehepartner oder Kinder automatisch entscheidungsbefugt sind. Ohne Vollmacht gilt: Gericht entscheidet.

Besonders dringend ist eine Vorsorgevollmacht für: - Alleinstehende ohne nahe Angehörige - Eltern minderjähriger Kinder - Selbstständige und Unternehmer - Personen mit Immobilienbesitz oder komplexen Finanzen

Form und Gültigkeit

Eine Vorsorgevollmacht ist formfrei — sie muss nicht notariell beglaubigt werden, um gültig zu sein. Allerdings empfiehlt sich eine notarielle Beurkundung, wenn Immobiliengeschäfte eingeschlossen sind.

Wichtig: Die Vollmacht muss im Original vorliegen. Eine Kopie wird von Banken und Behörden oft nicht akzeptiert. Hinterlege das Original bei der bevollmächtigten Person und registriere die Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Die häufigsten Fehler

Zu lange warten: Eine Vorsorgevollmacht muss erteilt werden, solange du geschäftsfähig bist. Nach einem schweren Unfall ist es zu spät.

Keine Ersatzperson benennen: Was, wenn die bevollmächtigte Person selbst nicht verfügbar ist? Benenne immer einen Ersatz.

Nicht mit der Familie sprechen: Die bevollmächtigte Person muss wissen, dass sie bevollmächtigt ist — und wo das Dokument liegt.

Verwechslung mit Patientenverfügung: Eine Vorsorgevollmacht regelt, *wer* entscheidet. Eine Patientenverfügung regelt, *was* entschieden werden soll. Beides ist nötig.

Tadoro hilft dir zu prüfen, ob deine Vorsorgevollmacht vorhanden, aktuell und auffindbar ist — und erinnert dich an die jährliche Prüfung.