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Testament erstellen: So verfassen Sie ein rechtssicheres Testament

Von der Tadoro-Redaktion · Letzte Aktualisierung: 20. April 2026 · 10 Min Lesezeit

Themen:Mein eigener PlanFamilie mit Kindern

Ohne Testament entscheidet das Gesetz, wer erbt – oft nicht so, wie Sie es sich vorgestellt haben. Ein Testament ist der einzige Weg, Ihren letzten Willen rechtlich verbindlich festzuhalten. In Deutschland braucht es dafür keinen Anwalt – aber die Formvorschriften müssen exakt stimmen, sonst ist das Dokument unwirksam.

Auf einen Blick

Was es ist
Bestimmt, wer dein Vermögen erbt – sonst gilt die gesetzliche Erbfolge, die selten zur Familie passt.
Was du tun solltest
Komplett von Hand schreiben (Datum, Unterschrift) ODER beim Notar errichten. Mischformen – getippt + unterschrieben – sind ungültig.
Aufwand
Tadoro generiert den Text in 20 Min., dann 30–60 Min. eigenhändig abschreiben (Pflicht, § 2247 BGB). Bei Patchwork, Immobilien oder Unternehmen ist ein notarielles Testament sicherer – ab ca. 200 €.

Inhalt

  1. 1. Wozu überhaupt ein Testament?
  2. 2. Die zwei Formen: eigenhändig oder notariell
  3. 3. Für Ehepaare: das gemeinsame Testament (Berliner Testament)
  4. 4. Was ein Testament enthalten sollte
  5. 5. Erbschaftsteuer und Freibeträge
  6. 6. Wo das Testament hingehört (Aufbewahrung)
  7. 7. Die häufigsten Fehler
  8. 8. Checkliste: Ihr Testament in 60 Minuten

Wozu überhaupt ein Testament?

Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge (§§ 1924 ff. BGB). Das Vermögen geht anteilig an Ehepartner und Kinder, bei kinderlosen Paaren auch an Eltern oder Geschwister des Verstorbenen. Das klingt harmlos, führt aber oft zu Ergebnissen, die Hinterbliebene überraschen:

- Beim kinderlosen Ehepaar erbt der überlebende Ehepartner im Zugewinnausgleich meist nur ¾ – das letzte Viertel geht an die Eltern oder Geschwister des Verstorbenen. - Erbengemeinschaften entstehen automatisch: Wenn Sie drei Kinder haben, erben diese zu gleichen Teilen gemeinsam. Jede Entscheidung (Haus verkaufen, Konto auflösen) braucht alle drei Unterschriften. Streit vorprogrammiert. - Unverheiratete Lebenspartner erben gesetzlich gar nichts – egal, wie lange Sie zusammen waren.

Ein Testament löst all das: Sie bestimmen, wer was bekommt, ob eine Erbengemeinschaft entsteht, und wer als Testamentsvollstrecker die Abwicklung übernimmt.

Die zwei Formen: eigenhändig oder notariell

Deutsches Recht kennt nur zwei rechtssichere Formen des Einzeltestaments:

1. Eigenhändiges Testament (§ 2247 BGB)

Vollständig von Hand geschrieben (nicht getippt, nicht am Computer), mit Ort, Datum und Unterschrift – am besten mit Vor- und Nachnamen. Zeugen sind nicht erforderlich (anders als im anglo-amerikanischen Recht). Ein getipptes Testament ist unwirksam, selbst wenn Sie es unterschreiben. Das ist der häufigste Fehler.

Kosten: 0 € (außer gegebenenfalls ~75 € für amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht – dazu unten mehr).

2. Notarielles Testament (§ 2232 BGB)

Der Notar nimmt Ihren letzten Willen auf und beurkundet ihn. Automatisch im Zentralen Testamentsregister registriert. Ersetzt nach dem Tod oft den kostenpflichtigen Erbschein – was bei größerem Vermögen Tausende Euro spart.

Kosten: nach GNotKG, abhängig vom Nachlasswert. Bei 100.000 € Nachlass ca. 273 € netto, bei 500.000 € ca. 935 € netto.

Wann notariell? Bei komplexen Verhältnissen (Patchwork-Familie, Unternehmen, Auslandsvermögen), bei Immobilien, oder wenn Sie Rechtssicherheit wollen, dass die Formulierung wirklich hält.

Für Ehepaare: das gemeinsame Testament (Berliner Testament)

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können statt zweier Einzeltestamente ein gemeinsames Testament verfassen. Die bekannteste Form ist das Berliner Testament: Beide setzen sich zunächst gegenseitig als Alleinerben ein, erst nach dem Tod beider geht das Vermögen an die nächste Generation. Zur Form genügt es, wenn eine Person den gesamten Text handschriftlich verfasst – beide unterschreiben dann mit Ort und Datum (§ 2267 BGB).

Die zentrale Entscheidung ist, was nach dem Tod beider gelten soll – dafür gibt es kein pauschal richtiges Modell, sondern eine Abwägung:

- Mit festen Schlusserben (klassische Variante): Sie legen verbindlich fest, wer am Ende erbt, meist die gemeinsamen Kinder. Vorteil: Der überlebende Partner kann die Kinder später nicht mehr übergehen, etwa zugunsten einer neuen Beziehung. Nachteil: Diese Bindung ist nach dem ersten Todesfall kaum noch änderbar (§ 2271 BGB), auch wenn sich die Lebenssituation völlig wandelt. - Ohne feste Schlusserben (schlanke Variante): Sie setzen sich nur gegenseitig als Erben ein und lassen offen, was danach gilt. Nach dem zweiten Todesfall greift die gesetzliche Erbfolge, der überlebende Partner bleibt frei, später neu zu entscheiden. Vorteil: maximale Flexibilität. Nachteil: kein Schutz davor, dass der überlebende Partner die Kinder später anders bedenkt.

Zwei Fallstricke, die viele übersehen:

- Pflichtteil nach dem ersten Tod: Weil die Kinder beim ersten Todesfall zunächst leer ausgehen, kann jedes Kind seinen Pflichtteil sofort in Geld verlangen und den überlebenden Partner finanziell unter Druck setzen. Eine Pflichtteilsstrafklausel kann davon abhalten, den Anspruch verhindert sie aber nicht. - Steuerliche Freibeträge: Weil zuerst nur der Partner erbt, bleiben die Freibeträge der Kinder (je 400.000 € pro Elternteil) beim ersten Todesfall ungenutzt. Bei größerem Vermögen kann das spürbar mehr Erbschaftsteuer kosten als zwei getrennte Testamente.

Zur Orientierung: Für viele Paare mit überschaubarem Vermögen ist die schlanke Variante ohne bindende Schlusserben die unkompliziertere Wahl, weil sie flexibel bleibt. Wer die Kinder bewusst absichern möchte oder größeres Vermögen, Immobilien oder eine Patchwork-Konstellation hat, sollte die Bindungs-, Pflichtteils- und Steuerfragen vor dem Schreiben mit einem Notar oder Fachanwalt für Erbrecht klären. Tadoro führt Ehepaare beim Erstellen Schritt für Schritt durch genau diese Entscheidung.

Diese Liste ist lang. Tadoro hält Ihre Familienvorsorge automatisch nach: markiert Lücken, erinnert an Fristen, zeigt Verantwortlichkeiten.

Was ein Testament enthalten sollte

Die Struktur eines wirksamen Testaments:

Überschrift: "Mein Testament" oder "Letzter Wille". Keine formalen Floskeln nötig.

Erbeinsetzung: Wer soll Erbe werden? Mit vollem Namen. "Meine Tochter Anna Maria Müller, geboren am 12.03.1985, erhält…"

Quoten oder Vermächtnisse: Sie können Erben zu gleichen Teilen einsetzen oder konkrete Gegenstände/Beträge als Vermächtnis zuweisen. Wichtig: Die Einsetzung zum Erben überträgt das gesamte Vermögen anteilig – einzelne Vermögenswerte ("meine Uhr an Thomas") sind Vermächtnisse, kein Erbe.

Testamentsvollstrecker: Optional – eine Person, die die Abwicklung organisiert. Kann jemand aus der Familie sein oder eine externe Person (Notar, Anwalt). Spart Streit.

Pflichtteil: Wer gesetzlich erben würde, aber im Testament übergangen wird, hat in Deutschland trotzdem Anspruch auf den Pflichtteil (die Hälfte des gesetzlichen Erbteils). Kinder, Ehegatten und – wenn keine Kinder – Eltern. Können Sie nicht vollständig enterben, außer in seltenen Fällen (§ 2333 BGB). Ein Testament, das den Pflichtteil ignoriert, ist nicht unwirksam – aber die übergangenen Pflichtteilsberechtigten können den Pflichtteil in Geld einfordern.

Datum + Unterschrift. Ohne gültiges Datum bleibt unklar, welches Testament gilt (wenn es mehrere gibt). Unterschrift unter dem gesamten Text.

Erbschaftsteuer und Freibeträge

Wer erbt, zahlt Erbschaftsteuer – aber erst ab einem bestimmten Wert. Die Freibeträge (Stand 2024) sind großzügig bei engen Verwandten und niedrig bei fremden Personen:

VerwandtschaftSteuerklasseFreibetrag
Ehepartner, eingetragener PartnerI500.000 €
Kinder, Stiefkinder, AdoptivkinderI400.000 €
Enkel (wenn Elternteil lebt)I200.000 €
Enkel (wenn Elternteil verstorben)I400.000 €
Eltern, Großeltern (nur bei Erbfall)I100.000 €
Geschwister, Nichten/Neffen, SchwiegerkinderII20.000 €
Alle anderen (auch unverheirateter Partner!)III20.000 €

Die wichtigste Konsequenz: Wenn Sie einen unverheirateten Lebenspartner beerben wollen, greift der Freibetrag von nur 20.000 € – und die Steuersätze in Klasse III beginnen bei 30 %. Bei einem Erbe über den Freibetrag kann das einen fünfstelligen Steuerbetrag bedeuten. Verheiratete profitieren dagegen von 500.000 € steuerfrei plus nochmal 256.000 € Versorgungsfreibetrag.

Konsequenz für die Planung: Größere Vermögen lassen sich oft über Schenkungen zu Lebzeiten steuergünstiger übertragen – der Freibetrag erneuert sich alle 10 Jahre. Bei komplexer Vermögensstruktur: Steuerberater oder Fachanwalt für Erbrecht einbeziehen.

Wo das Testament hingehört (Aufbewahrung)

Ein Testament, das nach dem Tod nicht gefunden wird, ist wertlos. Drei praktikable Aufbewahrungsorte:

1. Amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht (empfohlen)

Das örtliche Amtsgericht nimmt Ihr Testament gegen eine einmalige Gebühr (~75 €) in Verwahrung. Nach dem Tod wird das Standesamt automatisch benachrichtigt und eröffnet das Testament von Amts wegen. Das ist die sicherste Form – weder Verlust noch Manipulation möglich, und das Testament findet automatisch zum Gericht.

2. Beim Notar (nur bei notariellem Testament)

Notarielle Testamente werden automatisch im Zentralen Testamentsregister (ZTR) eingetragen und gehen in die Verwahrung. Dasselbe Ergebnis wie amtliche Verwahrung, aber im Paket mit der notariellen Errichtung.

3. Zu Hause oder bei einer Vertrauensperson

Nur empfehlenswert, wenn die Aufbewahrung zuverlässig geregelt ist – zum Beispiel im Notfallordner mit klarer Kennzeichnung, oder bei einem Testamentsvollstrecker. Risiken: Verlust durch Brand/Wasser, Vernichtung durch einen benachteiligten Angehörigen, Nichtfindung. Kopien sind kein vollwertiger Ersatz – das Original ist gefordert.

Diese Liste ist lang. Tadoro hält Ihre Familienvorsorge automatisch nach: markiert Lücken, erinnert an Fristen, zeigt Verantwortlichkeiten.

Die häufigsten Fehler

Getippt statt handschriftlich – der Klassiker. Ein Testament, das am Computer geschrieben und dann unterschrieben wird, ist nach § 2247 BGB unwirksam. Es greift die gesetzliche Erbfolge. Nur die notarielle Alternative darf gedruckt sein.

Kein Datum – ohne Datum bleibt bei mehreren Testamenten unklar, welches aktuell ist. Das kann die Erbeinsetzung unwirksam machen.

Zu vage Formulierungen – "Alles soll an meine Familie gehen" ist kein wirksames Testament. Wer genau ist "die Familie"? Zu welchen Quoten? Je konkreter, desto sicherer.

Pflichtteil ignoriert – wer ein Kind komplett enterbt, ohne es zu wissen (oder zu wollen), kann Jahre nach dem Tod noch Pflichtteilsstreit provozieren. Besser: bewusst entscheiden, dokumentieren warum, ggf. einen "Pflichtteilsverzicht" mit dem Kind zu Lebzeiten verhandeln.

Altes Testament nicht ersetzt – ein neues Testament ersetzt das alte nur dann automatisch, wenn es Widerruf oder neue Erbeinsetzung enthält. Sonst gelten unter Umständen beide nebeneinander, mit widersprüchlichen Folgen. Lösung: Bei Neuerstellung immer den alten Text explizit widerrufen ("Hiermit widerrufe ich alle früheren Verfügungen von Todes wegen").

Vererben was einem nicht gehört – wer im Testament Immobilien vererbt, die nur hälftig dem Verfasser gehören (die andere Hälfte dem Ehepartner), schafft Komplikationen. Klarheit bei gemeinschaftlichem Eigentum: Nur der eigene Anteil wird vererbt.

Checkliste: Ihr Testament in 60 Minuten

1. Gesamtvermögen schätzen – grob: Immobilien, Konten, Depots, Lebensversicherungen. Nur wenn Sie einen Überblick haben, können Sie sinnvoll verteilen.

2. Erben + Pflichtteilsberechtigte auflisten – alle Kinder (auch aus früheren Beziehungen), Ehepartner, ggf. Eltern. Pflichtteilsberechtigte unterstreichen.

3. Verteilung überlegen – gleich aufteilen? Bestimmte Gegenstände an bestimmte Personen (Vermächtnis)? Jemanden bevorzugen?

4. Testamentsvollstrecker entscheiden – ja/nein. Wenn ja: wer? Diese Person sollte informiert werden.

5. Entwurf handschriftlich – nehmen Sie ein weißes Blatt Papier und einen blauen Kugelschreiber (blaue Tinte unterscheidet sich eindeutig von einer Kopie). Schreiben Sie. Am Ende: Ort, Datum, Unterschrift.

6. Aufbewahrung wählen – Nachlassgericht (75 €, empfohlen) oder Notfallordner bei Vertrauensperson.

7. Angehörige informieren – mindestens eine Vertrauensperson sollte wissen, dass ein Testament existiert und wo.

8. Alle 3-5 Jahre prüfen – Lebensereignisse (Heirat, Geburt, Scheidung, Todesfälle) ändern oft die sinnvolle Verteilung. Ein überholtes Testament ist fast so problematisch wie keines.

Praxis-Anleitung

Was Sie zur Erstellung brauchen

Was ist das?

Ein Testament legt fest, was mit deinem Vermögen nach deinem Tod geschieht. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge (§§ 1924 ff. BGB) – das bedeutet: Ehepartner und Kinder erben automatisch, unverheiratete Partner gehen leer aus, und die Verteilung entspricht selten dem tatsächlichen Wunsch.

Was muss enthalten sein?

Erben

Wer soll was erben? Prozentuale Aufteilung oder konkrete Zuweisungen.

Ersatzerben

Wer erbt, falls ein Erbe vor dir verstirbt?

Testamentsvollstrecker

Optional: Wer soll die Verteilung des Nachlasses durchführen?

Vermächtnisse

Einzelne Gegenstände oder Geldbeträge für bestimmte Personen.

Vollständig handschriftlich

Eigenhändig geschrieben und unterschrieben, mit Ort und Datum.

Rechtliche Anforderungen

Zwei Formen: (1) Eigenhändiges Testament – vollständig handgeschrieben, unterschrieben, mit Datum und Ort. Ein gedrucktes oder am Computer geschriebenes Testament ist ungültig. (2) Notarielles Testament – vom Notar beurkundet, teurer aber rechtssicherer. Hinterlegung beim Amtsgericht möglich (Kosten: 75 €).

Wo bekomme ich es?

Kein offizielles Formular nötig – ein Testament muss vollständig handschriftlich sein. Vorlagen und Muster gibt es bei der Verbraucherzentrale. Für komplexe Vermögensverhältnisse oder Patchwork-Familien empfiehlt sich ein Fachanwalt für Erbrecht.

Häufige Fehler

Am Computer geschrieben – ein gedrucktes Testament ist in Deutschland ungültig.

Kein Datum angegeben – bei mehreren Testamenten gilt das neueste; ohne Datum ist die Reihenfolge unklar.

Unverheiratete Partner nicht bedacht – sie erben ohne Testament nichts.

Ein Testament schützt Ihre Familie nur, wenn es auch gefunden wird. Tadoro hält fest, wo es liegt, wer Bescheid weiß und wann es geprüft gehört – Familienvorsorge, die ankommt. 14 Tage kostenlos testen.

Quellen & Weiterführend

Dieser Artikel stützt sich auf folgende rechtliche Grundlagen und offizielle Quellen:

  • BGB §2247 – Eigenhändiges Testament
  • BGB §2232 – Notarielles Testament
  • BGB §2303–2338 – Pflichtteilsrecht
  • BGB §1922–2031 – Erbfolge und Erbenstellung
  • BMJ – Themenseite Erbrecht (Bundesministerium der Justiz)
  • Zentrales Testamentsregister (ZTR) der Bundesnotarkammer

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Finanz- oder medizinische Beratung. Für verbindliche Entscheidungen konsultieren Sie bitte einen Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater oder Arzt.

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