Von der Tadoro-Redaktion · Letzte Aktualisierung: · 5 Min Lesezeit
Wenn beide Eltern gleichzeitig ausfallen – durch Tod, Unfall oder schwere Krankheit – muss geklärt werden, wer das Sorgerecht für minderjährige Kinder übernimmt. Ohne Sorgerechtsverfügung bestellt das Familiengericht einen Vormund nach bestem Ermessen, aber ohne Kenntnis der elterlichen Wünsche. Mit Verfügung ist das Gericht grundsätzlich an die benannte Person gebunden, solange diese dem Kindeswohl entspricht. Wichtig: Das Sorgerecht selbst lässt sich nicht durch eine private Vollmacht auf eine andere Person übertragen. Eltern können einer Vertrauensperson aber erlauben, bestimmte Angelegenheiten vorübergehend für das Kind zu erledigen, zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthalts. Wer festlegen möchte, wen das Familiengericht nach dem Tod der sorgeberechtigten Eltern als Vormund berücksichtigen soll, braucht eine Sorgerechtsverfügung in der Form einer letztwilligen Verfügung (§ 1782 BGB).
Wunsch-Vormund
Name, Geburtsdatum, Adresse, Verhältnis zum Kind (Tante, Onkel, Großmutter, Patentante). Die Person muss dem Kindeswohl entsprechen – extrem alte Verwandte oder Personen in gesundheitlich prekärer Lage werden vom Gericht kritisch geprüft.
Ersatz-Vormund
Wer übernimmt, wenn die Wunschperson ausfällt, verzichtet oder selbst verhindert ist? Ohne benannten Ersatz entscheidet das Gericht frei – die Schutzwirkung der Verfügung entfällt.
Gemeinsam oder getrennt
Sollen alle Kinder zu einer Person kommen oder auf mehrere verteilt werden? Geschwister zusammenzulassen ist meistens der erkennbare Kindeswunsch – explizit festhalten, damit das Gericht es nicht neu wägen muss.
Wünsche zur Erziehung
Religion, Sprache, Schulform, Wohnregion. Rechtlich nicht bindend, aber der Vormund wird sie respektieren. Finanzielle Zweckbindungen (Sparplan fürs Studium, Musikunterricht) gehören ins Testament, nicht hierher.
Ausschlüsse
Personen, die auf keinen Fall das Sorgerecht bekommen sollen – etwa ein entfremdeter leiblicher Elternteil, eine problematische Großelternkonstellation. Auch diese Wünsche wiegt das Gericht.
Formvorschrift: handschriftlich, eigenhändig unterschrieben, mit Datum – analog zum eigenhändigen Testament (§ 2247 BGB, auf die Sorgerechtsverfügung analog angewandt). Ein am Computer geschriebenes und nur unterschriebenes Dokument ist ungültig. Notarielle Beurkundung möglich, nicht zwingend. Bei gemeinsamem Sorgerecht sollten beide Eltern verfügen – entweder in zwei parallelen Einzeldokumenten oder in einer gemeinsamen Urkunde. Ein Ein-Eltern-Dokument gilt nur nachrangig und wird vom Gericht nur berücksichtigt, wenn der andere Elternteil ebenfalls ausgefallen ist.
Der Sorgerechtsverfügung-Generator von Tadoro erstellt dir den Text, den du anschließend von Hand abschreibst, datierst und unterschreibst – wie beim Testament ist die Handschrift Pflicht. Hintergrund liefert die Broschüre „Das elterliche Sorgerecht“ des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) zum kostenlosen Download. Für komplexe Situationen (Patchworkfamilie, entfremdeter leiblicher Elternteil, Kind mit Behinderung, internationale Familie) empfiehlt sich die Erstellung durch einen Fachanwalt für Familienrecht.
Tadoro führt Sie durch eine vorbereitete Vorlage und ersetzt keine Rechtsberatung. Das fertige Dokument schreiben Sie selbst von Hand ab (§ 2247 BGB).
Verwechslung von Vollmacht und Verfügung – das Sorgerecht selbst lässt sich nicht per Vollmacht übertragen; eine Vollmacht kann nur die vorübergehende Erledigung einzelner Angelegenheiten für das Kind abdecken. Für die Vormund-Benennung zählt allein die Sorgerechtsverfügung in der Form einer letztwilligen Verfügung (§ 1782 BGB).
Am Computer geschrieben – wie beim Testament gilt: nur eigenhändig handschriftliche Dokumente sind gültig. Der Ausdruck mit Unterschrift hat null Wirkung und wird vom Gericht verworfen.
Nur ein Elternteil unterschrieben – bei gemeinsamem Sorgerecht müssen BEIDE verfügen, sonst hat das Gericht Ermessensspielraum und die Schutzwirkung geht verloren.
Kein Gespräch mit dem Wunsch-Vormund – die Person erfährt erst beim Ernstfall, dass sie benannt wurde, und kann ablehnen. Ohne vorher geklärtes Einverständnis ist die Verfügung instabil.
Nur für den Todesfall formuliert – eine Sorgerechtsverfügung sollte auch für längere Krankheit oder Handlungsunfähigkeit greifen. Sonst entsteht bei Koma-Situationen oder wochenlangen Krankenhausaufenthalten ein Vakuum, obwohl beide Eltern grundsätzlich noch leben.
Tadoro hilft Ihnen, dieses Dokument zu erstellen, aktuell zu halten und mit Ihrer Familie zu teilen – ohne Excel, ohne verlorene Zettel. 14 Tage kostenlos testen.
Mehr über TadoroDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Finanz- oder medizinische Beratung. Für verbindliche Entscheidungen konsultieren Sie bitte einen Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater oder Arzt.